Wir schreiben d…

Wir schreiben den achten Tag, den wir in vollstaendiger Besetzung in Chuiquel verbringen. Saskia und ich, Jakob, befinden uns in diesem Moment wie jeden Dienstag in der naechstgroesseren Stadt Solola, um uns hier auf dem Markt mit Lebensmitteln einzudecken. Nebenbei ermoeglichen uns die hiesigen Internetcafes das Schreiben des Blogs und vor allem den Kontakt nach Hause um so das Erlebte zu teilen.

Mit der Zeit werden auch wir Neuankoemmlige mit Gastfamilie, Bauarbeitern, Schuelern und Tienda-Besitzern immer vertrauter. Die Arbeit auf der Baustelle nimmt uns unter der Woche ganz in Anspruch. So heisst es um 7 Uhr aufstehen und fruehstuecken, um dann eine Stunde spaeter gemeinsam mit den Bauarbeitern mit Haemmern, Saegen, Kies sieben, Fegen oder was sonst gerade so ansteht zu beginnen. In der kurzen Fruehstueckspause tuemmeln sich Schueler und wir von der Baustelle an der Tienda um die Ecke, um sich mit Pepsi, Chips oder Suessigkeiten zu staerken. Zu Mittag eilen wir nach Hause, kochen, essen, verharren kurz und machen uns dann wieder auf den Rueckweg. Nachmittags wird die Arbeit immer wieder vom schwachen bis sehr starken Regen unterbrochen. Dennoch ist immer erst um 17 Uhr Schichtende, sodass wir eine Stunde vor Anbruch der Dunkelheit erschoepft, aber entspannt und zufrieden zum Abendessen heimkehren. Die Abende verbringen wir mit Spanischlernen, Diskussionen, Bloedeleien und Doppelkopf-Runden.

Doch anstatt das Wochenende zu nutzen um mal ordentlich auszuschlafen, begleiteten wir am Samstagmorgen unseren „jefe“ Hermeregildo und drei Soehne der Familie zum Baumpflanzen. Denn trotz des allgemeinen Muellproblems und ansonsten geringen Umweltbewusstseins Guatemalas, ist sich Hermeregildo darueber im Klaren, dass zum Heizen und Kochen gefaellte Baeume ersetzt werden muessen – zur Erhaltung der „aire fresco“, wie er uns selbst sagte. So verbrachten wir den Vormittag auf einem Bergkamm ueber dem Dorf mit dem Pflanzen von verschiedensten Setzlingen.

Highlight der vergangenen Woche war das grosse Kochen fuer die 23-koepfige Familie am Sonntag (die Familie(n) leben verteilt auf drei Haeuser mit uns in einer Bucht in den Maisfeldern, von hier aus haben wir einen schoenen Blick auf das ganze Dorf). Unter der Anleitung des Chefkochs unserer Gruppe, Timo, bereiteten wir in einer mehrstuendigen Schael-, Reibe-, Panier-, Brat- und Koch-Aktion ein typisch deutsches Gericht fuer unsere 23 Gaeste: Panierter Schweineruecken mit Kochkartoffeln an selbstgemachter Sauce Hollandaise mit gruenen Bohnen, Speck und Rote-Beete-Apfel-Moehren-Salat… und natuerlich Pepsi, dem hiesigen Nationalgetraenk 😉 Die Resonanz war ausserordentlich gut und so dauerte es nicht lange, bis wir nach dem Rezept gefragt wurden und das Mahl beendet war. Zum kroenenden Abschluss gab es noch ein gemeinsames Foto, das sowohl hier im Blog noch veroeffentlicht, als auch die Familie als Erinnerung erhalten wird.

Fussball ist der beliebteste Sport im Lande. Dementsprechend hat jeder von uns unter den Kindern bereits einen Spitznamen a la Podolski oder Neuer und war unser Wochenende nebenbei auch noch vom „pelota“, wie das Leder auf Spanisch heisst, gepraegt. Waehrend George, Timo und Moritz am Samstag noch selbst mit einigen Kindern aus dem Dorf bolzten, begleiteten sie am Sonntag auf Einladung hin sogar die Mannschaft Chuiquels zu einem Auswaertsspiel.

Seit gestern heisst es nun erstmal wieder hauptsaechlich Arbeiten. Nichtsdestotrotz erleben wir hier jeden Tag neue Abenteuer. Und von denen werden wir in den kommenden Tagen erneut berichten. Bis dahin alles Gute und liebe Gruesse von uns Fuenf!

Jakob

 

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