Ein grossartiges Wochenende!

Nachdem wir bereits am letzten Wochenende zwei grossartige Tage zusammen mit der ganzen Familie verbrachten, haben wir uns dazu entschieden auch am „dia grande“ (dia de la independencia de guatemala; 15. September 1821) im Dorf zu bleiben, um an den „actividades“ teilzunehemen und die Unabhaengigkeit Guatemalas zusammen mit der Dorfgemeinschaft zu feiern.

Die Festivitaeten des “ dia grande“ begannen am Freitagmorgen mit einem Fussballturnier im Dorf. Hierbei hatten wir die Ehre und das Glueck im Gewinnerteam des Turniers mitgespielt zu haben. Am Freitagabend wurden dann verschiedene Auffuehrungen (Theater, Sketche, Clowns und Taenze), die in den Wochen vorher haeufig waehrend unserer Arbeitszeit auf dem Schulhof von den einzelnen Klassen akribisch eingeuebt wurden, mit lauter Musik und begeisterten Zuschauern aufgefuehrt. Bereits an diesem Abend wurden wir von der Dorfgemeinschaft und dem Komitee herzlichst begruesst und erhielten Ehrenplaetze auf der Tribuene. Schon an diesem Abend versammelte sich fast das ganze Dorf auf dem Schulhof.

Am naechsten Tag begannen die Aktivitaeten mit lautem Geboeller um 8 Uhr morgens. Zunaechst marschierte der schuleigene Spielmannszug  mit lauter Musik und in Begleitung der Dorfaeltesten, vielen SchuelerInnen und LehrerInnen sowie dem Komitee durchs Dorf bis zur Schule. Auf dem Schulhof fanden dann zunaechst weitere gut einstudierte Auffuehrungen der einzelnen Jahrgaenge statt. Die besten davon wurden von den Lehrern und dem Komitee geehrt. Anschliessend wurden unterschiedliche (Dankes-)reden gehalten.

Bevor wir zur Mittagszeit mit dem Komitee und den Lehrern zum grossen Essen in die Aula (Klassenzimmer fuer die Ehrengaeste, LehrerInnen und fuer das Komitee) gingen, haben Jacob und ich, Timo, zusammen eine Rede gehalten und uns bei der Dorfgemeinschaft und dem Komitee fuer ihre ausserordentliche Gastfreundschaft und Herzlichkeit bedankt. Zu Mittag gab es dann Rindfleisch guatemaltekischer Art mit Reis und einer guatemaltekischen Salsa. Muy muy rico! Nach dem Mittagessen spielte die Dorfband typische guatemaltekische Musik (mit Marimba) auf dem Schulhof. Um 15 Uhr begannen dann das grosse Fahrradrennen und der Dorfmarathon, bei dem Georg, Moritz und ich, mit ca. 20 Dorfbewohnern, mitliefen. Unterschiedlichen Angaben zu Folge sollte der Marathon 8 km lang sein und um 14 Uhr beginnen. Tatsaechlich fiel der Startschuss um kurz nach 3 Uhr und der Lauf zog sich ueber 18 km hin. Trotzdem haben wir tapfer durchgehalten und wurden, trotz dessen wir mit den letzten durchs Ziel liefen, mit riesigem Applaus und Respekt von der Dorfgemeinschaft empfangen. Danach wurden die jeweiligen Gewinner der unterschiedlichen Wettbewerbe (Marathon, Fahrradrennen und Fussbalturnier) auf der Buehne geehrt und es wurden viele Pokale vergeben. Zum Schluss wurden auch wir (amigos de alemaña) auf die Buehne gebeten und uns drei Marathonlaeufern wurde eine Medaille der „Direccion General de Education Fisica“ ueberreicht. Danach ueberreichte uns die Dorfgemeinschaft und das Komitee einen grossen Pokal dafuer, dass wir soviel an den Aktivitaeten des Dorfes teogenommen haben Erneut haben wir dann ein kleine Rede gehalten und Fragen der Dorfgemeinschaft beantwortet. Da wir bei der Rede einige Witze einstreuten und zwischendurch immer wieder Woerter auf Cakchiquel sprachen, war die Dorfgemeinschaft begeistert und es wurde viel gelacht. Zum Schluss wurden wir von der Dorfjugend auf eine Pepsi in der naechsten „teinda“ eingeladen. Ueberwaeltig von der Herzlichkeit und Freundlichkeit haben wir uns dann am fruehen Abend, mit fast schon Traenen in den Augen, auf den Heimweg gemacht. Die Herzlichkeit der gesamten Dorfgemeinschaft laesst sich kaum in Worte fassen und ist eigentlich nur nachzuvolziehen, wenn man selbst dabei war.

Bemerkenswert ist auch, dass die ganzen Festivitaeten ohne jeglichen Alkoholkonsum  ablaufen (Alkoholkonsum ist in Guatemala und insbesondere in den Doerfern nicht sehr angesehen und auch wir verzichten waehrend der gesamten Projektzeit auf Bier oder andere alkoholische Getraenke). Weiterhin zeigte sich an diesem Wochenende erneut wie unvoreingenommen und herzlich wir von der Dorfgemeinschaft aufgenommen werden und wie wichtig die Schule fuer das gesamte Dorf ist. Die Schule ist hier nicht nur eine Bildungsinstitution. Sie stellt den absoluten Dorfmittelpunkt dar. Jegliche Aktivitaeten und Treffen (ausser Gottesdienste) finden auf dem Schulgelaende statt. Auch wehrend der Schulzeit halten sich Dorfbewohner auf dem Schulgelaende auf, helfen bei den Bauarbeiten, spielen mit den Kindern, kochen fuer die Kinder oder tauschen sich aus.

Ein Schulbau foerdert, wie wir es am an diesem Wochenende selbst mit grosser Freude miterlebt haben, die Bildung der Dorfgemeinschaft und die Integritaet der Dorfbewohner fuer eine starke und friedliche Gemeinschaft.

Saludos de Chuiquel

Timo

Ein Gedanke zu „Ein grossartiges Wochenende!

  1. wie schoen,dass es euch so gutgeht und ihr so tolle und herzliche erfahrungen macht,da kann ich hier im kalten norden sogar etwas von der herzenswaerme profitieren.

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