Adios Amigos de Chuiquel!

Liebe BlogleserInnen,

endlich konnten wir waehrend unserer angebrochenen Reisezeit einmal einen aureichend langen Stop einlegen, damit ich mich um die wichtigen Dinge unseres Aufenthalts kuemmern kann, naemlich dem Fuettern des Blogs mit einem Rueckblick auf die letzte Zeit im Projekt. Nachdem die Festivitaeten zum Unabhaengigkeitstag erfolgreich und mit zufriedenen Gesichtern beendet wurden, geriet der Schulbetrieb wieder in geregelte Bahnen: Fuer uns bedeutete dies eine voellig neuartige Erfahrung auf der Baustelle ohne taegliches, ambitioniertes Einstudieren von Choreografien, wohl aber endlich mit ruhigerer Arbeitsathmosphaere!

Waehrend wir den Tag ueber mit den letzten Vorbereitungen fuer das zweite Stockwerk beschaeftigt waren, blickten wir in den Mittagspausen und nach Schichtende einem uns voellig neu- aber auch boesartigem Gegenspieler ins zu erahnende Gesicht: Dem gemeinen Menschenfloh! In erster Linie werde ich mich aber mit der eigentlich Projektarbeit auseinandersetzen. So also auch mit unserer Einladung bei Bauleiter Javier, der wir frisch zurueck aus San Marcos La Laguna Folge leisteten. Er lud uns zu Polique ein, einem guatemaltekischen Traditionsessen. Wir genossen gemeinsam, tranken, wie hier sehr ueblich, gemeinsam Cola und tauschten uns ueber Dinge aus, fuer die wir auf der Baustelle keine Gelegenheiten hatten. Javier lebt in der Provinzhauptstadt Sololá, wo er beinahe mit der gesamten Familie unter 3 Daechern lebt. Gewohnt gastfreundlich wurden wir von allen Anwesenden empfangen und hatten ausreichend Gelegenheiten fuer Spaesse und richtige Tischgespraeche! Rueckblickend war dies eine sehr gute Gelegenheit, etwas tiefer in die Projektarbeit einzutauchen und mehr ueber Einheimisches zu erfahren.

Wieder zurueck in der Arbeitswoche stand fuer mich in erster Linie das Zurechtschneiden von Betonbloecken an, waehrend wir uns zwischenzeitig abwechselnden und die geschnittenen Steine auf das Segundo Nivel der Schule verfrachteten. Etwas detaillierter bedeutet dies viel schleppen, vermessen, saegen, schleppen und letztendlich verlegen. Zum Ende unserer Projektzeit durften wir also stolz eine beinahe zum betonieren freigegebene Flaeche bestaunen, deren Fertigstellung wir jedoch leider nicht mitbekommen werden.
Zu diesem Anlass, dem grossangelegten Betonieren, werden sich viele hilfsbereite Dorfbewohner versammeln, um das schwere, zaehe Grau zu seinem Einsatzort zu verfrachten. Was dies so besonders machen wird, sind die Menschen selbst, die sich in jeglicher Gemeinschaft wohlfuehlen, was vieles angenehmer macht.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag der vorletzten Projektwoche siegte das Wetter ueber Chuiquel, die Folgen: Stromausfall, akute Wasserknappheit und ein gemuetlicher Abend bei Kerzenlicht und Timos leckerem Kartoffelgratin.

Ohne Strom gestaltete sich auf der Arbeitstag etwas anders. Waehrend Timo und ich als die einzigen Anwesenden unsererseits auf der Baustelle zu unseren Einstiegsaufgaben der ersten Zeit im Projekt zurueckkehren mussten, waren die anderen drei davon abgehalten, all unsere Waesche im naechsten Ort flohfrei zu schleudern. Eine grosse Aktion, bedenkt man die Mengen, die sich bei 5 Leuten ansammeln.

Nachdem wir uns das darauffolgende Wochenende ueber ruhige Naechte freuten, stand die letzte Woche an. Also bereiteten wir uns darauf vor, allen liebgewonnenen Doerflern angemessen „Adios Amigo“ zu sagen und uns fuer ihre Gastfreunschaft zu bedanken. Wir ueberlegten uns, was wir den Kollegen schenken konnten, etwas fuer einige neue Bekannte und nicht zuletzt unseren Verantwortlichen, dem Dorfkommitee. Die Stammbesetzung der Alvaniles entfuehrten wir in der Mittagspause zum Pollo- Dorado- Essen (zu Deutsch: vergoldetes Huehnchen), fuer das Abschiedsessen mit dem Kommitee (ueberraschenderweise wieder Pollo Dorado) bastelten wir eine grosse Bilderkollage als Andenken fuer das Dorf und weitere Einzelne wurden mit diversen Kleinigigkeiten beschenkt. Wir freuten uns gewaltig ueber die schoenen und teilweise ueberraschenden Geschenke an uns. Ausserdem kam Luis, der Architekt der Schule, uns Mitte der letzten Projektwoche, gerade zurueck aus Deutschland, besuchen. Er kam mit uns zum Abschiedsessen und griff uns dort unter die Arme, wo er konnte. Auch wenn wir gerne etwas mehr Zeit mit ihm verbracht haetten, sind wir dennoch gluecklich, ihn waehrend der Arbeit und privat kennengelernt zu haben.

Auf gar keinen Fall zu vergessen ist die Chuiqueler Hochzeit, auf die wir eingeladen waren. Genau einen Tag vor der Abreise und einen Tag nach dem Abschiedsessen mit der Dorfversammlung, nahmen wir an dieser Grossangelegenheit teil, fuer die einen Tag zuvor ein ganzer Stier geschlachtet wurde. Nach der Zeremonie am Morgen, verlagerten sich die Feierlichtkeiten auf das Grundstueck des Braeutigams, wo unter freiem Himmel gemuetlich bei schoenem Wetter und Musik der lokalen Kirchenband La Voz Del Santo Maestro gefeiert wurde.

Rueckblickend, nach all dem, was wir im Dorf erleben und erfahren durften, sind wir sehr gluecklich, das Projekt begleitet und eine so schoene Zeit mit den freundlichen Menschen des Dorfes gehabt zu haben.

In diesem Sinne Muchos Saludos,

Moritz (oder mittlerweile auch Mauricio/Murratz)

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