Endlich nach Chuacorral

Sonntag, 28. Juli 2019:

Gegen 08:30 fingen wir ein TuckTuck ab, der uns mit unseren großen Rucksäcken zur Haltestelle brachte, ab der die Chickenbuse hoch nach Sololá fahren würden. Einen genauen Abfahrplan gibt’s da nicht, aber auch Sonntags fahren so alle 5 Minuten dann ein Bus hoch!

Oben in Sololá angekommen haben wir dann auf Estuardo gewartet, der Sohn von Luis, dem Architekten vor Ort. Dieser ging mit uns dann erstmal einkaufen auf den Markt, im Anschluss ging es dann noch den Wasserfilter sowie einen Gasbehälter kaufen für unseren Gasherd. Nach all den erledigten Einkäufen hieß es dann hinten auf dem Pickup und endlich hoch nach Chuacorral und zur Familie.

Bei der Familie angekommen wurden wir auch gleich sehr herzlich von allen begrüßt und von den Kindern halb überfallen wurden. Nach dem Auspacken sowie dem Einrichten unseres Zimmer wurden wir dann von Anchel und Jimmy ein wenig rumgeführt – vor allem wurde uns der Weg durch die Maisfelder zur Schule gezeigt, ab wo wir am Montag arbeiten würden 😀

Für den Rest stand dann auch für Sonntag nicht mehr soviel auf dem Plan, bis auf früh schlafen 🙂

Erste Woche Chuacorral

Die Erfahrungen hier im Dorf sowie mit den Leuten lassen  sich eher global, wie jetzt von Tag zu Tag beschreiben.

Schnell sind Martine und ich in den Rhythmus gekommen, dass morgens wieder um 07:00 Uhr der Wecker klingelt! (Eigentlich ebenso wie in Xela bei Karla um in die Schule zu gehen). Woran man sich nur schwer, besser gesagt gar nicht gewöhnen kann, sind die Temperaturen, vor allem morgens früh. Da sich das Dorf auf 2800 Meter befindet, wird es im Tag je nach Sonneneinstrahlung 20 bis 25 Grad, Abends und Nachts sind es gefühlt nur 5 bis 10 Grad. Da die Häuser hier keinerlei Isolation besitzen, kühlt es in den Räumen dementsprechend auch ab. Im Schlafsack ist es dann doch aushaltbar, nur wenn man dann Abends nochmal auf Toilette muss.. eine Qual 😀 Ebenso, wenn dann morgens der Wecker klingelt und man weiß, jetzt wird’s kalt! Nach der ersten Tasse Tee morgens, einem kleinen Frühstück und den ersten Sonnenstrahlen Richtung Baustelle ist man dann aber endlich aufgetaut!

Auf der Baustelle geht es sprachlich gesehen auch von Tag zu Tag besser – am Montag war alles noch ein wenig „komisch“, auch bedingt dadurch dass Estuardo uns sagte wir sollten so zwischen 08:00 und 09:00 Uhr an der Baustelle erscheinen – dort würden uns dann auch die letzten Infos mitgeteilt werde usw. 8:15 waren wir dann da, einige Arbeiter standen auch bereits rum, haben uns auch vorgestellt, aber so richtig nach Baustelle sah es dann doch nicht aus. Kurz vor 9 Uhr, noch keinerlei Änderung in Sicht, erschienen plötzlich weitere Männer und diese, mit den Arbeitern gingen in ein Klassenzimmer und hielten eine Versammlung ab. Erst kurz nach 10 Uhr, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits bei Estuardo nachgefragt ob wir wirklich auf der richtigen Baustelle seien, wurde uns dann erklärt dass sich die aktuelle Baustelle noch um 1 bis 2 Wochen verzögern würde. Aber kommende Woche, Donnerstags soll die Schule des Vorjahres dann offiziell eingeweiht werden mit einer Art Feier (wie die genau aussehen wird ist uns aber aktuell noch unbekannt) und aus diesem Grund stand die erste Woche dann mal das neuerrichtete Gebäude fertig zu streichen auf dem Plan. Weiter musste der Bambus noch mit einem Holzschutz versiegelt werden und die blechernen Wände alle abputzen!

Insofern aktuell nicht die allerspannensten Aufgaben, aber auch Arbeit die erledigt werden muss, mit Ausblick auf die Eröffnung!

Christobalt und Jimmy sind die zwei Arbeiten von Luis, die jeden Tag mit auf der Baustelle sind und uns auch die Arbeiten zuteilen. Christobalt ist sogesehen unser Vorgesetzter und Jimmy, mal eben 18 Jahre alt bemüht sich auch um uns und teilt uns Aufgaben zu. Weiter sind jeden Tag noch andere Arbeiter auf der Baustelle, welche vom Dorf kommen – eine der Bedingungen für den Bau der Schule ist, dass die Dorfgemeinschaft neben dem Platz auch paar Arbeiter zur Verfügung stellt! Eine weitere Bedingung ist die sogenannte Coca-Pause 😀 Kurzum, jeden Morgen zwischen 10 und halb 11 kommt ein Arbeiter aus dem Dorf mit einer großen Tüte an, in der für jeden auf der Baustelle 1 Cola (manchmal auch Pepsi und andere Limonade) sowie 2 Brötchen bereitliegen – und dann wird erstmal 20 Minuten Pause gemacht, Cola getrunken und mit den Arbeitern ein wenig gequatscht (auch wenn aktuell noch die Arbeiter aus dem Dorf uns gegenüber etwas zurückhaltender wirken, wohl wegen der sprachlichen Barriere).

Die Schule hier scheint auch immer nur morgens von 08:00 bis 12:00 Uhr stattzufinden! Insofern ist es morgens mit all den Kindern bisschen anstrengender zu arbeiten als jetzt Mittags.. Und gefühlt haben die Kinder auch immer mehr Pause als Unterricht 😀 die erste Woche hier haben die Kinder auch für eine Vorführung in Sololá einen Tanz geübt.

Mittags gibt’s dann so 1 Stunde Mittagspause, da Martine und ich aktuell alleine bei der Familie wohnen reicht die Zeit aus vollkommen aus um uns schnell zu Hause etwas zu kochen um gestärkt dann gegen 14:00 Uhr nochmals bis halb 5 anzupacken.

Eine kleine Geschichte nebenbei:

Gleich am ersten Tag, nach dem Mittagessen hatten wir unseren Rucksack sowie die kleine Bauchtasche einfach abgestellt, da ja eh Mittags keine Schule ist. Immer wieder kamen aber paar Kinder vorbei, die dann dort gespielt haben – kurzum, irgendwann war der Reizverschluss der Bauchtasche leicht geöffnet… und das iPhone von Martine war weg! Glücklicherweise hatte ich, durch Zufall 2, 3 Wochen vorher die Funktion iPhone-finden eingeschaltet. Jimmy, welcher auch ein iPhone besitzt hat dann gleich Martine sich einloggen lassen und wir sahen dass sich Martine Handy 400m weiter befinden würde. Da ich zum gleichen Zeitpunkt auch bereits versucht hatte anzurufen und die Kinder den Flugmodus ausgeschaltet haben, klingelte es – die Kinder bekamen wohl Angst und haben das Handy einfach im hohen Bogen in die Maisfelder geworfen. Über das andere Handy konnte man Martine Handy aber laut klingeln lassen und Jimmy und Christobalt sind ohne uns hochgelaufen, im Falle, dass die Kinder bei uns weglaufen würden. Auf jeden Fall, nach 10 Minuten kamen die beiden mit einem Grinsen im Gesicht zurück, mit einem klingelnden Handy in der Hand! Und seit diesem Moment ist Martine jetzt auch minimal weniger skeptischer der neuesten Technik gegenüber eingestellt 😀

So, und jetzt auch wieder zurück zu den Eindrücken:

Mit der Familie sind wir auch bereits mehr in Kontakt gekommen, auch mit dem Verständnis klappt es von Tag zu Tag besser. Immer wieder klopft es dann Mittags oder Abends an der Tür und uns werden Tortillas oder auch mal ganze Mahlzeiten vorbeigebracht! 🙂 Auch durften wir bereits mal Abend in der Küche der Familie (wo es wesentlich wärmer ist als bei uns im Zimmer) und wir haben uns an der Fabrikation von Tortillas abgemüht..sieht wesentlich einfacher aus als es ist 😛 vor allem, wenn dann so ein Tortilla halbwegs rund aussah.. Blieb dieser einfach an der Hand kleben und er war wieder zerrissen!

Ansonsten lässt es sich hier im Dorf wirklich leben. Da wir meistens so gegen 16:30 Feierabend machen, sind wir auch immer Abends rechtzeitig zu Hause um die Umgebungen noch ein wenig zu erkundigen, die verschiedenen Tiendas (Mini, lokale Läden) unsicher zu machen und uns bereits mit einigen Höhenmetern an den Anstieg in 2 Wochen zu gewöhnen (dort wollen wir eine Vulkanbesteigung mit Übernachtung machen). Abends steht dann eigentlich nur noch Kochen, quatschen, lesen und Abend ausklingen auf dem Plan. Im Schlafsack eingemummelt wird dann meistens noch kurz übers Handy bisschen Serie gekuckt und dann auch recht früh geschlafen.

Wochenende

Fürs erste Wochenende ging es nochmals runter nach Panajachel – noch einige Sehenswürdigkeiten uns anschauen, zum Abwechslung mal wieder etwas Kleider shoppen und haben uns auch mit Franz und der Familie getroffen, einer der Gründungsmitglieder aus Deutschland, welche auch für paar Tage hoch ins Dorf kommen werden und mitarbeiten (und dann auch bei der Eröffnung anwesend sein werden). Freitags sind wir mit den beiden Arbeitern los, die beide in Sololá wohnen, was ganz gut war, da wir erstmal bis zum Primera Entrada von Chuacorral laufen mussten und dort mit einem Taxi dann nach Los Encuentros (für Q5 auf den Kopf, also circa 60 Cent). Von Los Encuentros ging es dann mit einem Chickenbus runter nach Sololá, von dort weiter nach Panajachel.

Für Samstags sind wir dann mit einer Bootstour zu 3 „kleineren“ Dörfern, früher Maya-Dörfer, heute leider sehr vertouristisch… aber die Aussichtspunkt, die man in der knappen Stunde pro Dorf hatte nur mit Tuktuk erreichen konnte waren doch sehr schön! 🙂 und in einem der Dörfer gab’s dann noch einen neuen warmen Pulli! Und Abends bemerkten wir dann wieder wie schnell das Wetter zwischen den Vulkanen wechseln kann.

Sonntags, nach Frühstücken, über einen kleinen Markt in Sololá wandern und uns mal Tassen besorgen, Heiße Schokolade und Kuchen ging es dann endlich gegen 13 Uhr hoch nach Sololá, wo wir erstmal die restlichen Einkäufe tätigten (frisches Gemüse was es jetzt nicht so hier in den Tiendas gibt) und dann auch wieder hoch nach Los Encuentros! Die Taxis da wollten uns leider übers Ohr hauen und fragten für den Weg von 5 Kilometern Q50 (normaler Preis sind halt Q20).. Also sind wir zu Fuß los und haben dann per Anhalter auf einem Pick-up Platz gefunden und sind wieder zurück ins Dorf!

Weitere Eindrücke werde ich dann im nächsten Eintrag mit euch teilen 🙂

Liebe Grüße, Gilles

Tri & Travel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s