Vom pech „verfolgt“

Eigentlich wollte ich diese Woche ein wenig mehr auf Guatemala und die Probleme, die mir so aufgefallen sind eingehen – da eine eigentlich „langweilige“ Arbeitswoche auf der Baustelle anstand. Aber wie so oft kommt es nicht wie geplant.

Montag morgen war  Estuardo auf der Baustelle um die letzten Einzelheiten der neuen Baustelle zu besprechen und dort wurden wir dann gefragt ob wir nochmal Lust hätten auf die andere Baustelle nach Baskonseilus zu fahren. Da in Chuacorral für uns aktuell nur Boden abtragen, deplatzieren und wieder verdichten (die untere Hälfte soll später als Fussballfeld genutzt werden) ansteht, haben wir gleich eingewilligt.


So stand für uns dann nur Montag und Dienstag Boden abtragen auf dem Programm, zum Glück 😀 Auch scheint jetzt mit dem Beginn der neuen Baustelle auch 2 Coca-Pausen am Tag anzustehen, welche aber auch immer richtig gut ankommt!

Ansonsten ist Anfang der Woche nicht sonderlich viel Spannendes passiert auf der Baustelle, wir haben Montag Abends gebacken (Bananenbrot), welches wir an die Familie sowie die Arbeiter auf der Baustelle verteilt haben – kam auf jeden Fall in beiden Fällen sehr gut an 🙂

Martine ist mit einer kleinen Flohplage geplagt, sodass wir die Abende unter anderem auch noch mit „Kleidern ertränken“ verbracht haben.

Baskonseilus

Mittwochs sind wir dann nochmals morgens für 2 Stunden auf die Baustelle hoch, bevor gegen 10:30 Estuardo mit einer Veterinärin ankommen sollte, die sich um Scott, einer der Hunde der Familie kümmern sollte. Schlussendlich waren die beiden dann kurz vor 12 beim Haus, der Hund wurde an der Nackenwunde verpflegt, und dann brachte uns Estuardo zur anderen Baustelle!Nach einem raschen Mittagessen konnten wir den ganzen Nachmittag aber noch dort verbringen! Zum Glück hatten wir morgens beim Tschüss-Sagen „Hasta la manana“ gesagt – Christbalt erklärte uns dann nämlich, dass Donnerstags ein Feiertag in Sololá wäre, also Feiertag 😀

Und Mittags sind wir dann von Bixcil, der ältere Bruder von Jimmy (von Chuacorral) und der Sohn von Fransisco, dem Bauüberwacher von Luis aufs Mittagessen eingeladen worden.

Zur Fiesta nach Sololá

Bevor wir nach Sololá losfuhren, gibg es morgens noch kurz mit dem jüngsten der Familie auf eine kleine Wanderung runter ins Tal, zu einem kleinen Fluss und einem mini Wasserfall. Im Anschluss ging es dann wieder nach Los Encuentros uns von dort weiter mit einem Chickenbus.

In Sololá war an diesem Tag eine richtig große Fiesta, mit Umzügen, lauter Musik, gesperrten Straßen und guter Stimmung. Und in dieser Stimmung wir beide, wo wir uns dann im Zentrum im Park mit Bixcil getroffen haben. Dort wurde uns dann gesagt dass Franz mit der Familie auch eingeladen sind und als wir dann alle komplett waren ging es hoch zu der Familie.

Dort wurden wir gleich super lieb empfangen von dem Rest, bevor uns dann gesagt wurde wir sollten uns ansetzen. Hier unterscheidet sich das Ganze ein wenig von Europa.

Wir saßen zu 6 in einer Reihe, bekamen Cola zu trinken und Bixcil sowie Fransisco saßen uns gegenüber. Dann wurde uns Pulique de pollo mit Tamarins serviert, eine richtig leckere Hühnersuppe 😀 Der Rest der Familie aß dann aber in einem anderen Saal und ließ uns mit Bixcil und Fransisco alleine.

Wie gesagt, anders wie in Europa, aber das wird wohl hier so gehandhabt. Leider spielte das Wetter hier nicht mit, ansonsten hätte man vom Neubau im Hof einen sehr schönen Ausblick über Sololá gehabt.

Nach dem Essen, paar Fotos etc ging es dann aber auch bereits wieder nach Hause nach Chuacorral für uns beide 🙂

Antigua und Acatenango

Freitags morgens stand für uns keine Arbeit auf dem Plan, sondern von Chuacorral nach Antigua reisen mit Chickenbusen, da wir für Samstag eine Vulkanbesteigung mit Übernachtung gebucht hatten. Freitags war das Wetter bereits nicht so berauschend, aber man soll ja immer optimistisch bleiben… vor allem da man von oben aus vom Acatenango rüber auf den Zwillingsvulkan Volcán de Fuego blicken kann, einer der drei noch aktiven Vulkanen in Guatemala.

Vom Pech verfolgt…

Samstag morgen gegen 7:30 ging’s dann los. Ein Fahrer sammelte in ganzen 10 Personen in Antigua auf bevor es dann Richtung Vulkan ging. In einem kleinen Dorf bekamen wir noch einige Anweisungen, konnten uns dicke Winterjacken ausleihen, unser überflüssiges Gepäck dort liegen lassen (Spoileralert: Auch mit Winterjacke ist es sehr doof, die Regenjacke unten zu lassen)!

Und dann begann der gut 6 Stunden langer Anstieg. Unten war das Wetter noch ganz okay und die Sicht war bereits nach 2 Kilometern super schön!

Leider schlug das Wetter dann irgendwann rasch um als wir in den Wolken uns befanden und es richtig mit regnen begann! Kurzum, der Anstieg war verdammt kalt, man sah überhaupt nicht von der Landschaft und so machte das Ganze dann wenig Spaß. Zum Glück hörte es so gegen 13:30 auf mit dem starken Regen, zum richtigen Zeitpunkt, als wir nämlich die Pause einlegten, um unser Mittagessen (was jeder von uns unten bekam und mit hochbrachte) zu essen. Mit neuer Energie ging es dann weiter, um gegen 16:00 Uhr und nach 1600 Höhenmeter auf circa 3600m anzukommen im Camp Base.

Hier brannte zum Glück bereits das Lagerfeuer (überdacht), und nachdem wir nur kurz ein Blick in unser Zelt geworfen haben, haben wir die nasse Kleidung beim Lagerfeuer ausgebreitet und uns aufgetaut. Bis auf Abendessen, am Lagerfeuer sitzen und quatschen stand sonst nicht mehr viel auf dem Plan. Gegen früher Abend klärte es ganz wenig auf, sodass man einen Blick auf die Dampf-/Gaswolke werfen konnte vom anderen Vulkan. Die Geräusche alleine waren bereits unbeschreiblich!

Uns wurde dann mitgeteilt, dass wenn das Wetter besser, dh die Wolken sich verziehen würden, wir morgen früh um 3:40 wachgemacht werden würden, um die letzten 300 Höhenmeter zu bewältigen und dann den Sonnenaufgang sowie den Zwillingsvulkan zu betrachten. Also hieß es auch früh in die Zelte, um genau zu sein um 20:00 Uhr 😉

Als ich dann am Sonntag gegen 5:30 wach wurde, war sofort klar – das Wetter wurde leider nicht besser! Wie bereits in Tikal spielte uns die Natur wieder einen Strich durch die Rechnung – der ganze Aufstieg so gesehen für die Katze, dementsprechend ist die Enttäuschung auch groß gewesen an diesem Morgen! Und ja, die Aussicht beim Öffnen des Zeltes zeigte klar – das Wetter hatte sich rein gar nicht verbessert. Nach einem kurzen Frühstück begannen wir dann gegen 8:15 den Abstieg, auch hier wurden wir nicht vom Regen verschont, die letzten 30 Minuten fing es nämlich wieder an richtig mit regnen. Nach knapp 2,5 Stunden waren wir dann um 10:40 wieder unten angekommen – und ja, Acatenango und ich, wir haben noch eine Rechnung offen stehen!

Den restlichen Tag haben wir dann gemütlich in Antigua verbracht, und Montag früh geht’s zurück nach Chuacorral, um Mittags wieder auf der Baustelle zu sein! Und damit beginnt dann auch bereits die letzte Woche in Chuacorral…

Gilles

Tri & Travel

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