¡Hola! – Neue Freiwillige auf der Baustelle

¡Hola!

Ich bin Joanna, eine der Freiwilligen im diesjährigen Schulbauprojekt. Seit über einer Woche bin ich jetzt hier und es gefällt mir ausgesprochen gut. Als ich angekommen bin, wurde ich total herzlich von der Gastfamilie empfangen und hatte kaum Zeit, meine Sachen in unserem Zimmer abzulegen und mich ein wenig einzurichten, da wurde ich auch schon von Jonny (Jonathan) und Anchel, den zwei kleinsten Kindern der Familie, regelrecht überfallen und sollte Fußball mit ihnen spielen. Natürlich gerne! Ein bisschen die Gegend erkunden konnte ich auch noch mit ihnen. Was jedoch das Beste an meinem ersten Abend war, war die Chance mit der Familie zusammen vor ihrem offenen Feuerherd zu sitzen, sich aufzuwärmen, Café zu trinken und sich ein wenig beim Abendessen zu unterhalten.

Allerdings bin ich recht zeitig ins Bett, da für mich am nächsten Tag schon die Baustelle auf dem Plan stand! Dieses Jahr ist die Baustelle wieder am gleichen Ort wie letztes Jahr. Die bereits bestehende Schule soll einen zweistöckigen Anbau und einen Sportplatz bekommen. Für den Sportplatz braucht es natürlich eine ebene Fläche. Für meinen ersten Tag hieß es also: Ganz viel Erde schaufeln, mit der Schubkarre an einen anderen Ort karren, ausleeren und wieder zurück, von vorne. Um 10:00 Uhr gab es dann meine allererste und heiß ersehnte Coca-Cola-Pause mit den anderen Bauarbeitern. Da stellte sich dann ein kleines Problem heraus: Nur 2 der 4 Arbeiter sprachen Spanisch. Die Anderen nur die von hier in Chuacorral gängige Maya-Sprache Kaqchikel. Aber das genüssliche Lächeln, das man nach dem ersten Schluck kalter Cola austauschte, reichte auch erstmal als Kommunikation aus. Den ganzen Tag also Erde von einem Ort zum anderen transportieren. Das Erfolgsgefühl am Ende des Tages, als wir tatsächlich fertig waren, war ungeheuerlich. Für diesen Montagabend stand natürlich kochen auf dem Plan. Da ich im Endeffekt viel zu viel hatte, habe ich erst die beiden kleinen Jungs zum Essen eingeladen, im Endeffekt aber die ganze Familie. Alle haben sich gefreut, vor allem ich, da ich von den köstlichen Tortillas, die de Familie täglich frisch macht, ebenfalls welche bekommen habe.

 

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  1. Tag auf der Baustelle – Dienstag

Betonmischen steht an! Natürlich per Hand, weil es kein Betonmischer gibt. Das hat mich sehr beeindruckt. Aber, wie der Baustellenleiter gerne zu pflegen sagt:

¡Todo es posible!

Bereits nach dem zweiten Tag ist es total spannend, wie viel schon passiert ist. Die Hälfte des Fundaments des Gebäudes ist gegossen!

Am Nachmittag ist für mich Duschen angesagt. Ich lehne die Tür, wie die letzten Tage, als ich aus dem Zimmer gegangen bin an. Als ich dann vom Duschen zurückkomme, ist die Tür auf einmal zu. Der Schlüssel steckt natürlich von innen. Ich suche hilflos, nur im Handtuch, die Familie, um sie um Hilfe zu bitten. Schlussendlich wird der kleinste, Jonny, von seinem Vater grußlos durch eines der kleinen Fenster geschoben. Gott sei Dank hat er durchgepasst, da die Familie keinen Ersatzschlüssel besitzt. Mein erstes Abenteuer!

Mittwoch verbringen wir damit, das Fundament fertig zu gießen

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Und ich wasche zum ersten Mal, sehr anstrengend. Und man muss hoffen, dass der Nachmittagsregen ausbleibt, damit die nassen Kleider in Ruhe trocken können.

Am Donnerstag fängt dann die Arbeit mit den Steinen an. Ich darf den ganzen Tag Betonklötze mit einer Machete zurecht formen. Während auf der anderen Seite der Baustelle die Grundmauer angefangen wird.

Mittags entlocken mir die Jungs wieder das Versprechen, abends für sie mitzukochen. Ich bin überrascht, wie gut es ihnen anscheinend schmeckt, da ich erst jetzt, seitdem ich hier bin, wirklich koche. Aber es hat tatsächlich gar nicht so schlecht geschmeckt!

Freitag verbringe ich nur den Vormittag auf der Baustelle, um Mittags nach Antigua zu fahren, da eine Tour des Vulkans Acatenango anstand. Ein unglaubliches Erlebnis, den gegenüberliegenden, aktiven Vulkan Fuego ausbrechen zu sehen!

Und schon war meine erste Woche im Projekt um! Es ging total schnell, hat auch Spaß gemacht. Vor allem ist es spannend zu sehen, wie sich die Baustelle von Tag zu Tag verändert!

 

Montag 9.9.2019

Nach einer Woche Alleinsein im Projekt, bekomme ich Gesellschaft! Teresa und Jule kommen für die nächste Woche, bevor sie danach ihre FSJs in verschiedenen Schulen als Lehrerinnen beginnen. Da Jule sich über das Wochenende eine Mandelentzündung eingefangen hat, gehe ich mit Teresa am nächsten Tag alleine auf die Baustelle. Es heißt mal wieder Blocks formatieren, allerdings geht es zu zweit deutlich schneller! Fast 60 von 110 Steinen sind am Ende des Tages geschafft! Beenden werden wir diese Aufgabe allerdings erst Mittwoch. Mit einer Machete auf Betonblocks einzuschlagen braucht eben seine Zeit. So sieht es allerdings mittlerweile auf der anderen Seite der Baustelle aus:

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Man kann auf jeden Fall sagen, dass man sich gut eingelebt habt. Auch die stürmische Begrüßung von Jonny und Anchel nachdem ich das Wochenende über weg war und auch das Ausfragen sowohl der Familie als auch der Bauarbeiter über meine Vulkantour war herzerwärmend.

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