Der BamBus ist nicht mehr zu bremsen

Nachdem die Mauern fertiggestellt wurden, läuft die Arbeit mit dem Bambus seit gut zwei Wochen auf Hochtouren. Mithilfe einer Art Schablone aus Beton auf dem Boden werden Stück für Stück die einzelnen Dachelemente angefertigt. Nachdem wir, die letzten hier verbliebenen Freiwilligen, dem Bambus-Experten der Baustelle bei seiner Arbeit zunächst nur assistiert haben, sind wir mittlerweile auch in der Lage, eigenständig bestimmte Schritte durchzuführen und unseren kleinen Teil zum Gesamtwerk beizutragen, auch wenn wir gefühlt viermal so lange brauchen wir unser Maestro.

 

 

Neben der Arbeit mit dem Bambus tut sich auch noch einiges andere. So wurde die Straße, die zur Baustelle führt, an zwei Kurven ausgebessert. Außerdem wurde damit begonnen, ein Fundament für zwei weitere Klassenraum-Container zu legen, die bereits vor Ort sind und in denen momentan der Unterricht für die Kinder stattfindet. Diese sollen später auf das fertige Fundament verlegt werden und bilden dann eine Ergänzung zum Gebäudeteil aus Bambus und Lehm. Für diese Arbeiten liegt unsere Aufgabe vor allem darin, Steine, Erde oder Zementmischung zu transportieren.

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Heute war es für uns nach vielen anstrengenden Tagen auf der Baustelle eine willkommene Abwechslung, dass wir Luis, den Architekten, begleiten und drei weitere Schulbauprojekte besichtigen konnten. Jedes dieser Projekte ist unterschiedlich weit fortgeschritten, an zweien findet bereits normaler Schulbetrieb statt. Auf dieser Fahrt haben wir viel über die Arbeit mit Bambus und Lehm gelernt und einen Einblick bekommen, wie die Schule in Chuacorral aussehen könnte, wenn sie im kommenden Jahr fertiggestellt ist.

 

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Einer geht und Zwei biegen Stahl

Der Montag kam… und Konstantin wollte die fruehe Stunde nutzen um sich nach Shela aufzumachen… Doch rechnete er nicht mit einer kleinen Ueberraschung denn an diesem Tag kam er gegen 10 Uhr ploetzlich in Begleitung unseres Gastvaters Pedro. Wir hatten gerade die ehrenvolle Aufgabe einen Zimmererbock zu bauen (welcher natuerlich ueberragend wurde;)) als die beiden uns berichteten das heute noch eine Einweihungsfeier fuer eine neue Strasse im Dorf stattfinden wuerde, welcher wir dann auch beiwohnten. Ich weiss zwar nicht wie viele Menschen in Nuevo Amanecer leben doch an diesem Tag hatte wohl jeder eine Rede vorbereitet… selbstredend in der indigen Sprache (Kaziquel) wovon wir lediglich „Matiosch“ (Danke) und einige Widmungen an die “ Amigos Alemanes“ verstanden. Entschaedigt wurden sausende Ohren und schmerzende Hintern dann aber bei dem grossen gemeinsamen Festessen mit dem ganzen Dorf. So zog sich der Tag dann hin und wir verabschiedeten unseren Freund ein weiteres Mal bei perfektem Reisewetter (stroemender sinnflutartiger Regen)! Dienstag flochten wir ersteinmal fleissig Bewaehrungskoerbe fuer die Betonsauelen und stellten diese dann auf. Die Arbeit gestaltete sich die Woche besonders abwechslungsreich…. Wir konnten es kaum glauben als wir den PickUP von Luis sahen… auf der Ladeflaeche stand ein Betonmischer!! die erste Maschiene auf der Baustelle und gemeinsam und mit Hilfe der Technick fuellten wir schnell die vorgefertigten Schalungen mit Frischbeton!

Am  Donnerstag hat es uns beide leider zerlegt und wir gaben uns der wirklich zuvorkommenden Hilfe und Sorge unserer Gastfamilie hin. Stehen aber mitlerweile wieder auf den Beinen

Liebe Gruesse an alle die das hier lesen und Bilder folgen die Tage …

Die zweite Woche…

Diese Woche war vor allem von Schaufel und Spaten gepraegt. Zusammen mit den Dorfbewohnern und unserem Vorarbeiter Guadeloupe hebten wir den ersten Graben fuer das Fundament aus. Die unermuedliche Sonne sorgte diese Woche nicht nur fuer Wasserausfall, sondern machte die Arbeit auch deutlich anstrengender als in der ersten Woche. Dafuer ist der erste Abschnitt der Fundamentgrube (7 Meter lang, 3 Meter tief) heute fertig.

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Die Arbeiten am Fundament wurden am Mittwoch durch die feierliche Einweihungszeremonie, die den offiziellen Beginn der Erweiterung der Schule markierte, unterbrochen. Im Beisein von Vertretern der regionalen Regierung, des Architekten Luis und des Dorfkomittees wurden ersteinmal allerlei Reden gehalten, auch von uns, den „amigos alemanes“. Neben den Lehrern und Schuelern der Grundschule in Nuevo Amanecer war, als Vorsitzender des Dorfkomittees, auch unser Gastvater Pedro anwesend. Im Anschluss an die Feierlichkeiten gab es ein kleines Mittagessen, bei dem sich die Projektverantwortlichen noch einmal austauschen konnten, ehe das grosse Graben auf der Baustelle weiterging.

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Die feierliche Grundsteinlegung durch die Schulkinder, den Architekten Luis und uns.

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Allerlei Bloedeleien gehoeren natuerlich auch dazu!

El tiempo pasa volando

Und schon ist auch für mich die Zeit vorbei. Nach einer mehr oder weniger intensive letzten Woche heißt  es fuer mich Abschied nehmen. Intensiv eher die Regenguesse – deshalb einige Arbeitspausen – und die Zeit mit der Familie.

Dennoch sind nun bestimmt auch bald die Gerueste fuer die Decke fertig.

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Denn „todo es possible (con Pepsi)!“  DSCF6417

Mit dem Motto muessen jetzt die Bauarbeiter alleine weiter arbeiten um auch den zweiten Stock zu beenden.

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Ein schwerer Abschied vor allem von der Familie, unbeschreiblich liebenswerte Menschen, die dafuer gesorgt haben, dass ich mich als einzige Helferin im Dorf nie alleine gefühlt habe.

Zu Ende geht eine unvergessliche Zeit.

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Julia