Paulas erste Woche

Von der zweitgrößten Stadt Guatemalas, im der man den Alltag der Menschen, ihr Treiben, Handeln und Leben wirklich gut beobachten und miterleben kann, ging es in den wohl am gegensätzlichsten ländlichen Bereich, wo alles noch einmal völlig anders laufen sollte.                     Von Quetzaltenango nach Chuacorral.

Weil Kate dieses Jahr leider kein Teil des Projektes ist habe ich dieses Woche alleine im Projekt gestartet. Was uns anderen Teilnehmern dadurch leider auch entgeht sind ihr täglich versprochenen Frühstücke, ihre Stimme in Begleitung einer Ukulele und natürlich ihre Anwesenheit.  Wie gut das mit nun Joannas liebliche Stimme immer wieder zu Ohren kommt, da auch sie die Gabe der musikalischen Erheiterung versteht… doch auch ich leiste durch mein ständiges Gesumme einen musikalischen Beitrag und gebe Joanna gleichzeitig ein Stück Heimat, da ihr Bruder wohl genauso viele unbewusste Töne von sich gibt wie ich. Grüße gehen raus an Noah Thimme.

Dies ist also der Bericht meiner ersten Projektwoche in Chuacorral.

Ganz Joanna zu Freude, die die letzten Wochen immer mehr neben als auf der Baustelle gearbeitet hat, konnten wir direkt auf der Baustelle mithelfen Haufen an Erde in den Schacht zurückschütten, den Martine und Gilles vermutlich ein paar Wochen vorher mühevoll ausgehoben hatten. Am nächsten Tag habe ich so intensiv meinen Rücken gespürt wie noch nie zuvor.  Mit Wasser die Erde im Schacht begießen und einem Stock darin herum stochern fiel auch unter unseren Aufgabenbereich. In den nächsten Tagen arbeiteten wir dann sehr viel mit Draht. Denn gewisse Halterungen mussten an jeweils vier Stahl-Stangen in gewissen Abständen befestigt werden, doch das Bild erläutert etwas genauer was wirklich die Aufgaben war.

 

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Joanna ist etwas perfektionistisch angehaucht, weshalb sie die Aufgaben stets zu gründlich ausführte und wir als Team etwas langsamer waren als die anderen freiwilligen Arbeiter aus dem Dorf, denn die zu befestigenden Halterungen waren eigentlich immer 1mm zu weit rechts oder links. Dieser Perfektionismus kam uns allerdings auch schon sehr zu Gute. Eines Nachmittas beschloss sie nämlich den Herd zu putzen und war damit ungelogen 2 Stunden beschäftigt. Ich glaube er strahlte noch nie schöner.

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Mit den Zangen einhändig den Draht zu kappen ist auch eindeutig schwerer als es bei unserem lieben  Christobal aussah. Mit zwei Händen und viel Kraft schafften wir es denn schließlich auch. Das Ergebnis war ein dicker Hornhautring an den Händen. Etwas problematisch war auch der erste Klogang auf der Baustelle, da ich mir nicht so sicher war in welchen Teil der  Toilette man machen sollte. Es gab zwei. Bei uns zu Hause ist das einfacher, da es nur ein Loch gibt und man kann sogar die Sterne betrachten, denn sobald man steht kann man eigentlich alles um das Klohaus herum sehen und im besten Fall dem Nachbarklo winken.

Die Familie ist richtig lieb, am Anfang war ich mir sicher dass ich mir all die Namen niemals merken würde, was sich aber im Laufe der Zeit besserte.             Stets in der Begleitung der beiden Hunde Chester und China und den zwei kleinen Jungs Joni und Anchel machten wir am Wochenende einen Ausflug zu einem Wasserfall. Anchel der angsteinflößende Ninja Krieger machte uns alle nass und Joni vergnügte sich im schlamm, weshalb  sein Gesicht später von einer feinen Schlammschicht überzogen war. Joana und ich bekamen Blumen von den beiden und als sie auch unsere Lieblingsfarben wussten, sammelten sie nur noch Blumen in diesen Farbtönen. Die beiden sind echt Zucker und stehen auf unsere selbstgemachten Pancakes. Jetzt kochen wir eine Reispfanne für die beiden und deswegen sage ich Mal Buenos noche und bis zum nächsten Mal.

 

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¡Hola! – Neue Freiwillige auf der Baustelle

¡Hola!

Ich bin Joanna, eine der Freiwilligen im diesjährigen Schulbauprojekt. Seit über einer Woche bin ich jetzt hier und es gefällt mir ausgesprochen gut. Als ich angekommen bin, wurde ich total herzlich von der Gastfamilie empfangen und hatte kaum Zeit, meine Sachen in unserem Zimmer abzulegen und mich ein wenig einzurichten, da wurde ich auch schon von Jonny (Jonathan) und Anchel, den zwei kleinsten Kindern der Familie, regelrecht überfallen und sollte Fußball mit ihnen spielen. Natürlich gerne! Ein bisschen die Gegend erkunden konnte ich auch noch mit ihnen. Was jedoch das Beste an meinem ersten Abend war, war die Chance mit der Familie zusammen vor ihrem offenen Feuerherd zu sitzen, sich aufzuwärmen, Café zu trinken und sich ein wenig beim Abendessen zu unterhalten.

Allerdings bin ich recht zeitig ins Bett, da für mich am nächsten Tag schon die Baustelle auf dem Plan stand! Dieses Jahr ist die Baustelle wieder am gleichen Ort wie letztes Jahr. Die bereits bestehende Schule soll einen zweistöckigen Anbau und einen Sportplatz bekommen. Für den Sportplatz braucht es natürlich eine ebene Fläche. Für meinen ersten Tag hieß es also: Ganz viel Erde schaufeln, mit der Schubkarre an einen anderen Ort karren, ausleeren und wieder zurück, von vorne. Um 10:00 Uhr gab es dann meine allererste und heiß ersehnte Coca-Cola-Pause mit den anderen Bauarbeitern. Da stellte sich dann ein kleines Problem heraus: Nur 2 der 4 Arbeiter sprachen Spanisch. Die Anderen nur die von hier in Chuacorral gängige Maya-Sprache Kaqchikel. Aber das genüssliche Lächeln, das man nach dem ersten Schluck kalter Cola austauschte, reichte auch erstmal als Kommunikation aus. Den ganzen Tag also Erde von einem Ort zum anderen transportieren. Das Erfolgsgefühl am Ende des Tages, als wir tatsächlich fertig waren, war ungeheuerlich. Für diesen Montagabend stand natürlich kochen auf dem Plan. Da ich im Endeffekt viel zu viel hatte, habe ich erst die beiden kleinen Jungs zum Essen eingeladen, im Endeffekt aber die ganze Familie. Alle haben sich gefreut, vor allem ich, da ich von den köstlichen Tortillas, die de Familie täglich frisch macht, ebenfalls welche bekommen habe.

 

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  1. Tag auf der Baustelle – Dienstag

Betonmischen steht an! Natürlich per Hand, weil es kein Betonmischer gibt. Das hat mich sehr beeindruckt. Aber, wie der Baustellenleiter gerne zu pflegen sagt:

¡Todo es posible!

Bereits nach dem zweiten Tag ist es total spannend, wie viel schon passiert ist. Die Hälfte des Fundaments des Gebäudes ist gegossen!

Am Nachmittag ist für mich Duschen angesagt. Ich lehne die Tür, wie die letzten Tage, als ich aus dem Zimmer gegangen bin an. Als ich dann vom Duschen zurückkomme, ist die Tür auf einmal zu. Der Schlüssel steckt natürlich von innen. Ich suche hilflos, nur im Handtuch, die Familie, um sie um Hilfe zu bitten. Schlussendlich wird der kleinste, Jonny, von seinem Vater grußlos durch eines der kleinen Fenster geschoben. Gott sei Dank hat er durchgepasst, da die Familie keinen Ersatzschlüssel besitzt. Mein erstes Abenteuer!

Mittwoch verbringen wir damit, das Fundament fertig zu gießen

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Und ich wasche zum ersten Mal, sehr anstrengend. Und man muss hoffen, dass der Nachmittagsregen ausbleibt, damit die nassen Kleider in Ruhe trocken können.

Am Donnerstag fängt dann die Arbeit mit den Steinen an. Ich darf den ganzen Tag Betonklötze mit einer Machete zurecht formen. Während auf der anderen Seite der Baustelle die Grundmauer angefangen wird.

Mittags entlocken mir die Jungs wieder das Versprechen, abends für sie mitzukochen. Ich bin überrascht, wie gut es ihnen anscheinend schmeckt, da ich erst jetzt, seitdem ich hier bin, wirklich koche. Aber es hat tatsächlich gar nicht so schlecht geschmeckt!

Freitag verbringe ich nur den Vormittag auf der Baustelle, um Mittags nach Antigua zu fahren, da eine Tour des Vulkans Acatenango anstand. Ein unglaubliches Erlebnis, den gegenüberliegenden, aktiven Vulkan Fuego ausbrechen zu sehen!

Und schon war meine erste Woche im Projekt um! Es ging total schnell, hat auch Spaß gemacht. Vor allem ist es spannend zu sehen, wie sich die Baustelle von Tag zu Tag verändert!

 

Montag 9.9.2019

Nach einer Woche Alleinsein im Projekt, bekomme ich Gesellschaft! Teresa und Jule kommen für die nächste Woche, bevor sie danach ihre FSJs in verschiedenen Schulen als Lehrerinnen beginnen. Da Jule sich über das Wochenende eine Mandelentzündung eingefangen hat, gehe ich mit Teresa am nächsten Tag alleine auf die Baustelle. Es heißt mal wieder Blocks formatieren, allerdings geht es zu zweit deutlich schneller! Fast 60 von 110 Steinen sind am Ende des Tages geschafft! Beenden werden wir diese Aufgabe allerdings erst Mittwoch. Mit einer Machete auf Betonblocks einzuschlagen braucht eben seine Zeit. So sieht es allerdings mittlerweile auf der anderen Seite der Baustelle aus:

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Man kann auf jeden Fall sagen, dass man sich gut eingelebt habt. Auch die stürmische Begrüßung von Jonny und Anchel nachdem ich das Wochenende über weg war und auch das Ausfragen sowohl der Familie als auch der Bauarbeiter über meine Vulkantour war herzerwärmend.

Time to say goodbye

Die letzte Woche verging wie im Fluge! Montags sind wir morgen früh gleich in Antigua los Richtung Chuacorral, damit wir wenigstens Mittags noch auf der Baustelle Hand mit anpacken konnten. Wie die Woche zuvor stand eigentlich nur Boden abtragen und verdichten auf dem Plan! Abends kam dann Guadalupe, die älteste Tochter der Familie vorbei und wir haben zusammen Limonenkuchen gebacken.

Bambus-Aufbereitungsanlage

Dienstag stand dann ein kleines Highlight bei uns an – nämlich ging es morgens früh gleich los nach Sololá, um bei Estuardo vorbeizuschauen und uns erklären zu lassen wie der Bambus aufbereitet wird bevor er von ihnen dann weiter zu den Baustellen gebracht wird.

Da Luis nicht anwesend war, übernahm Estuardo die Erklärungen und die kleine Führung. Zuerst werden die Bambusstangen nämlich gereinigt und alle Äste sowie Unebenheiten werden entfernt. Im Anschluss wird der Bambus dann mit Hilfe einer Eisenstange „geöffnet“, da der Bambus eigentlich hohl ist, mit Ausnahme einiger Stellen wo dieser dann ganz verschlossen ist. Diese Öffnungen sind notwendig für den nächsten Schritt, wo der Bambus dann für 3 Tage in ein saures Bad (natürliche Herkunft) eingelegt wird, um die Insekten abzutöten. Im Anschluss werden die Stangen aus dem Tank gezogen, auslaufen gelassen sowie getrocknet, bevor die dann zur Seite gelegt werden bis diese zur Baustelle gebracht werden.

Im Anschluss an die Erklärungen durften wir dann Walter, dem Sohn von Christobalt eine Hand mit anpacken und den restlichen Morgen sowie Nachmittags mit arbeiten. Zur Mittagspause ging es dann richtig leckeres Hühnchen essen, auch richtig billig (da ich vergessen hatte den Geldbeutel wieder aufzufüllen 😛 ). So war der Dienstag dann eine schöne Abwechslung zum Boden stampfen 🙂 Und auch sehr interessant um einmal diese ganze Herstellung mit erleben zu dürfen. Nach einem kleinen Bierchen bei Estuardo im Haus mit weiteren Gesprächen ging es dann auch gegen 4 Uhr Nachmittags zurück nach Chuacorral. Abends lies ich die Drohne dann bei der Familie starten, um einmal das Haus von oben abfotografieren zu können.

Baskonseilus zum dritten Mal

Gefühlt schon irgendwie wie eine Tradition ging es Mittwochs zum dritten Mal nach Baskonseilus (wie wir dann rausgefunden haben wird das Dorf eigentlich mit V (Vaskonseilus) geschrieben wird). Durch diesen dritten Besuch haben wir auch mehr oder weniger alles gesehen auf der Baustelle. Da wir diesmal alleine dahingefahren sind, waren wir auch endlich mal halbwegs rechtzeitig, gegen 09:00 Uhr auf der Baustelle und durften den ganzen Tag dann aktiv mithelfen – nämlich die Wände einziehen. Richtig interessant einmal zu sehen wie hier die Wände, bestehend aus Lehm und den gleichen Baumsträucher, Pinas, welche auch bei der Eröffnung der Schule ausgelegt wurden, gebaut werden. Zum Glück hatten wir Donnerstags in Sololá richtige Handschuhe gekauft, da das ganze doch eine klebrige Angelegenheit wurde. 😀

An diesem Tag gab es aber auch ein nicht so schönes Erlebnis, plötzlich war sehr viel Aufregung in der Schule und ein Mädchen wurde weinend aus dem Klassenzimmer gebracht. Uns wurde dann gesagt, dass ihr Vater im Laufe des Morgens gestorben sei. Sobald das Mädchen dann die Schule verlassen hatte ging aber der allgemeine Schulbetrieb, für uns aus Aussenstehende normal weiter.

Die beiden Brüder auf der Baustelle waren aber die drei male super lieb mit uns, und haben und aktiv in die Gespräche mit eingebunden – und hatten vor allem viel Geduld mit uns beim Wändehochziehen, da wir dann doch wesentlich langsamer, trotzdem nicht so sauber bzw gerade arbeiten konnten wie sie. Uns dann Abends nach der Arbeit zu verabschieden war dann doch traurig.. Aber ist nicht der letzte Abschied hier in Guatemala leider.

Die letzten beiden Tagen Baustelle

Donnerstags und Freitags waren wir dann endlich wieder auf „unserer“ Baustelle 😀 zwar nicht so interessant und spannend wie die zwei Tage zuvor, trotzdem war es schön morgens keine halbe Weltreise unternehmen zu müssen und nochmals Zeit bei uns im Dorf verbringen zu können. Weiter stand für Donnerstagabend dann ein gemeinsames Essen mit der Familie an. Da wir irgendwie nicht so genau wussten wie was wo, sind wir nach dem Arbeiten mal los und haben einfach ein wenig eingekauft. Wir sind dann Abends noch gleich ein wenig die verschiedene Ecken in Chuacorral erforschen gewesen, da uns langsam die Zeit verlief. Auch sind wir dann in San Fransisco noch in eine Messe reingeplatzt, bzw. wurden eingeladen in die Kirche zu kommen und haben die letzten 15 Minuten miterlebt. Der Priester hat uns dann auch am Ende nochmals herzlich willkommen geheißen.

Schlussendlich war es dann Abends alles bisschen Improvisation, es gab Papas Fritas, Reis mit einer leckeren Tomaten-Salsa, viele Tortillas (welche wir alle zusammen um den Herd gemacht hatten). Im großen Ganzen war dieser Abend richtig gemütlich, wir haben viel mit der Familie gequatscht und gelacht und es gab dann zum Schluss auch noch ein Gruppenbild mit fast der ganzen Familie. 🙂

Der letzte Tag auf der Baustelle verflog dann auch wie im Fluge, und die Pausen wurden auch ein wenig in die Länge gezogen, um noch ein wenig mehr reden zu können.

Irgendwann im Laufe des Morgens kam die Mutter dann vorbei uns sagte uns, dass Scott, der verletzte Hund totgebissen worden sei. Dadurch dass die Medikamente wohl anschlugen war der Hund auch wieder wesentlich fitter und lief dementsprechend wieder weiter weg vom Haus (war uns bereits aufgefallen, dass seit der Behandlung wir den Hund alt bei der Schule sahen, die ersten beiden Wochen war er nur beim Haus anzufinden). Er hatte sich wohl weiter weg von der Schule gewagt und ist wohl aufs Grundstück einer anderen Familie gelaufen. Da der Hund noch immer angeschlagen war aber hatte er nicht viel den anderen Hunden entgegenzusetzen und wurde daraufhin totgebissen. Aber das ist nunmal die Natur – und ehrlich gesagt vereinfacht der Tod von Scott die Situation der Familie, da der große Schäferhund, Bobby (welcher Scott die Wunde zugefügt hatte vor 2 Monaten) jetzt wohl nicht mehr angekettet sein wird und ein stärkerer Wachthund darstellt.

Ansonsten stand für Freitag nicht mehr viel auf dem Plan, ausser bereits langsam, aber sicher die Sachen zusammenzusuchen, um Samstag morgens rasch mit dem packen fertig zu werden. Wir filmten noch schnell paar Videos von Anjchen und Jimmy, wie sie Diabolo spielten, um die Videos später an Elias weiterzuschicken. Weiter verabschiedeten wir uns bereits von China, der Hündin, da wir nicht wussten ob die Samstag morgens beim Haus sei oder nicht.

Auf Besuch in Xela

Samstag morgen stand dann, nach 4 Wochen unser ganzes Zeug wieder sicher und clever zu verpacken auf dem Plan. Es ging, ehrlich gesagt, wesentlich besser und schneller voran als gedacht. Auch bekamen wir alles dann doch irgendwie so verpackt, dass unsere Rucksäcke sich noch schließen ließen – sowie vor allem tragen 😀

Nach dem Packen hieß es dann der Familie vielen lieben Dank zu sagen für diese 4 Wochen, wo wir bei ihnen leben durften und uns von ihnen zu verabschieden. Was ein wenig traurig war, war die Tatsache, dass ein großer Teil der Familie nicht zu Hause war, sodass wir nur von der Mutter, der Großmutter sowie zwei der Kinder Abschied nehmen konnten. Vor allem die beiden jüngsten, Jimmy und Anjchel waren nicht zu Hause, sodass wir uns nicht verabschieden konnten.

Von Chuacorral ging es dann mit ganzem Gepäck hoch nach San Fransisco, wo wir zum Glück ein Taxi erwischten, das uns bis nach Los Encuentros brachte! Im Anschluss ging es dann mit Chickenbusen nach Xela, wo wir nochmals 3 Tage verbringen wollen, um unter anderem Karla sowie bei Inepas vorbeizuschauen und Adios zu sagen! 🙂 Bei Karla sind wir auch gleich Mittags gegen 14:00 Uhr mit einem leckeren Mittagessen erwartet worden.

Ansonsten stand für Samstag noch bisschen Souvenir-Shopping auf dem Plan und die letzten Tage genießen! Dies unter anderem mit einem Besuch (Shopping ist anstrengend:D ) beim Café Luna auf eine heiße Schokolade (sowie ein Bierchen mit Quesedilas)

Sonntags ging es morgens los nach Parque Municipal Cerro El Baúl, einem kleinen Berg wo man eine super Aussicht über die ganze Stadt Xela hatte. Da der Weg am Parque Americano vorbeiführte, erlebten wir gleich noch eine Art Parade von Schulen aus Xela. Da wurden auch wieder sehr viele Böller angezündet, jede Gruppe machte Musik und war in Trachten gekleidet. Im großen Ganzen ein interessantes Fest. Nachdem wir dann dem Treiben eine halbe Stunde zugeschaut haben, sind wir dann schlussendlich losgelaufen zum Berg und zum Aussichtspunk. Nebenbei wurde da die Kamera auch nochmals ausgiebig genutzt, unter anderem musste wiederum ein Bild, Arm in Arm, wie letztes Jahr in Gambia gemacht werden :

Nach der Wanderung trafen wir uns noch mit Martines Maestra Ingrid auf ein Kaffe (wiederum Café Luna) und erzählten wie es uns die letzten Wochen erging.

Montags buchten wir dann unser Bus nach Guatemala-City für Dienstags, trafen uns in Inepas mit den Leuten, gingen Nachmittags nochmals kurz paar Souvenirs kaufen die wir vergessen hatten am Samstag zu kaufen, und abends stand dann Rucksack so packen, dass nichts zu Bruch gehen konnte, und dassen wir in Guatemala den Rucksack nicht mehr öffnen müssten. Weiter konnte ich endlich mein Geburtstagsgeschenk von Martine einlösen – zwar ging es zu einer Stunde Salsatanzen! 🙂 Hat super viel Spaß gemacht, mit sehr guten Anleitungen von Lehrer. Ansonsten ließen wir den Abend bei Karla ausklingen und haben noch bis nach halb 10 am Küchentisch geredet.

Guatemala-City

Eine Freundin von Karla brachte uns dann am kommenden Tag, Dienstags hoch zur Bushaltestelle, was toll war, da wir uns dort dann in Ruhe von Karls verabschieden konnten. Der Bus war ein „europäischer“ Reisebus, sodass das Gepäck auch sicher vorm Regen unten im Bus verstaut wurde. In Guatemala-City brachte Erick, ein anderer Freund von Karla uns dann von der Haltestelle zum Hotel, eine Empfehlung von Estuardo.

Estuardo kam dann auch kurz vor halb 4 am Hotel vorbei (er hatte eine Versammlung in der Hauptstadt) um uns die Stadt ein wenig zu zeigen. Hier fühlten wir uns dann auch gleich bisschen wie VIPs, als wir beim Palast nicht eingelassen wurden, da die Öffnungszeiten nur bis 16:00 Uhr sind. Estuardo rief dann schnell einem Freund von der Uni an, der wohl eine höhere Position im Palast belegt – kurzum wurden wir dann von ihm am Sicherheitspersonal vorbei eingelassen und bekamen einen privaten Guide an unsere Seite.

Nach der Führung und einem Besuch auf dem Markt ging es dann noch hoch auf ein Hochhaus etwas trinken… und somit war dann auch der letzte Abend vorbei und somit auch die Zeit in Guatemala!

Damit wäre dieser Blog jetzt auch erstmal vorbei! Aktuell befinden wir uns noch am Flughafen und warten auf den letzten Flug zurück nach Luxemburg. Die Zeit in Guatemala verflog einfach nur viel zu schnell… soviel gäbe es noch zu sehen, soviel Spanisch noch zu lernen, so nette und interessante Leute, die wir kennen gelernt haben.

Guatemala – wir werden dir nochmals ein Besuch abstatten! 🙂

Gilles & Martine

Tri & Travel

Vom pech „verfolgt“

Eigentlich wollte ich diese Woche ein wenig mehr auf Guatemala und die Probleme, die mir so aufgefallen sind eingehen – da eine eigentlich „langweilige“ Arbeitswoche auf der Baustelle anstand. Aber wie so oft kommt es nicht wie geplant.

Montag morgen war  Estuardo auf der Baustelle um die letzten Einzelheiten der neuen Baustelle zu besprechen und dort wurden wir dann gefragt ob wir nochmal Lust hätten auf die andere Baustelle nach Baskonseilus zu fahren. Da in Chuacorral für uns aktuell nur Boden abtragen, deplatzieren und wieder verdichten (die untere Hälfte soll später als Fussballfeld genutzt werden) ansteht, haben wir gleich eingewilligt.


So stand für uns dann nur Montag und Dienstag Boden abtragen auf dem Programm, zum Glück 😀 Auch scheint jetzt mit dem Beginn der neuen Baustelle auch 2 Coca-Pausen am Tag anzustehen, welche aber auch immer richtig gut ankommt!

Ansonsten ist Anfang der Woche nicht sonderlich viel Spannendes passiert auf der Baustelle, wir haben Montag Abends gebacken (Bananenbrot), welches wir an die Familie sowie die Arbeiter auf der Baustelle verteilt haben – kam auf jeden Fall in beiden Fällen sehr gut an 🙂

Martine ist mit einer kleinen Flohplage geplagt, sodass wir die Abende unter anderem auch noch mit „Kleidern ertränken“ verbracht haben.

Baskonseilus

Mittwochs sind wir dann nochmals morgens für 2 Stunden auf die Baustelle hoch, bevor gegen 10:30 Estuardo mit einer Veterinärin ankommen sollte, die sich um Scott, einer der Hunde der Familie kümmern sollte. Schlussendlich waren die beiden dann kurz vor 12 beim Haus, der Hund wurde an der Nackenwunde verpflegt, und dann brachte uns Estuardo zur anderen Baustelle!Nach einem raschen Mittagessen konnten wir den ganzen Nachmittag aber noch dort verbringen! Zum Glück hatten wir morgens beim Tschüss-Sagen „Hasta la manana“ gesagt – Christbalt erklärte uns dann nämlich, dass Donnerstags ein Feiertag in Sololá wäre, also Feiertag 😀

Und Mittags sind wir dann von Bixcil, der ältere Bruder von Jimmy (von Chuacorral) und der Sohn von Fransisco, dem Bauüberwacher von Luis aufs Mittagessen eingeladen worden.

Zur Fiesta nach Sololá

Bevor wir nach Sololá losfuhren, gibg es morgens noch kurz mit dem jüngsten der Familie auf eine kleine Wanderung runter ins Tal, zu einem kleinen Fluss und einem mini Wasserfall. Im Anschluss ging es dann wieder nach Los Encuentros uns von dort weiter mit einem Chickenbus.

In Sololá war an diesem Tag eine richtig große Fiesta, mit Umzügen, lauter Musik, gesperrten Straßen und guter Stimmung. Und in dieser Stimmung wir beide, wo wir uns dann im Zentrum im Park mit Bixcil getroffen haben. Dort wurde uns dann gesagt dass Franz mit der Familie auch eingeladen sind und als wir dann alle komplett waren ging es hoch zu der Familie.

Dort wurden wir gleich super lieb empfangen von dem Rest, bevor uns dann gesagt wurde wir sollten uns ansetzen. Hier unterscheidet sich das Ganze ein wenig von Europa.

Wir saßen zu 6 in einer Reihe, bekamen Cola zu trinken und Bixcil sowie Fransisco saßen uns gegenüber. Dann wurde uns Pulique de pollo mit Tamarins serviert, eine richtig leckere Hühnersuppe 😀 Der Rest der Familie aß dann aber in einem anderen Saal und ließ uns mit Bixcil und Fransisco alleine.

Wie gesagt, anders wie in Europa, aber das wird wohl hier so gehandhabt. Leider spielte das Wetter hier nicht mit, ansonsten hätte man vom Neubau im Hof einen sehr schönen Ausblick über Sololá gehabt.

Nach dem Essen, paar Fotos etc ging es dann aber auch bereits wieder nach Hause nach Chuacorral für uns beide 🙂

Antigua und Acatenango

Freitags morgens stand für uns keine Arbeit auf dem Plan, sondern von Chuacorral nach Antigua reisen mit Chickenbusen, da wir für Samstag eine Vulkanbesteigung mit Übernachtung gebucht hatten. Freitags war das Wetter bereits nicht so berauschend, aber man soll ja immer optimistisch bleiben… vor allem da man von oben aus vom Acatenango rüber auf den Zwillingsvulkan Volcán de Fuego blicken kann, einer der drei noch aktiven Vulkanen in Guatemala.

Vom Pech verfolgt…

Samstag morgen gegen 7:30 ging’s dann los. Ein Fahrer sammelte in ganzen 10 Personen in Antigua auf bevor es dann Richtung Vulkan ging. In einem kleinen Dorf bekamen wir noch einige Anweisungen, konnten uns dicke Winterjacken ausleihen, unser überflüssiges Gepäck dort liegen lassen (Spoileralert: Auch mit Winterjacke ist es sehr doof, die Regenjacke unten zu lassen)!

Und dann begann der gut 6 Stunden langer Anstieg. Unten war das Wetter noch ganz okay und die Sicht war bereits nach 2 Kilometern super schön!

Leider schlug das Wetter dann irgendwann rasch um als wir in den Wolken uns befanden und es richtig mit regnen begann! Kurzum, der Anstieg war verdammt kalt, man sah überhaupt nicht von der Landschaft und so machte das Ganze dann wenig Spaß. Zum Glück hörte es so gegen 13:30 auf mit dem starken Regen, zum richtigen Zeitpunkt, als wir nämlich die Pause einlegten, um unser Mittagessen (was jeder von uns unten bekam und mit hochbrachte) zu essen. Mit neuer Energie ging es dann weiter, um gegen 16:00 Uhr und nach 1600 Höhenmeter auf circa 3600m anzukommen im Camp Base.

Hier brannte zum Glück bereits das Lagerfeuer (überdacht), und nachdem wir nur kurz ein Blick in unser Zelt geworfen haben, haben wir die nasse Kleidung beim Lagerfeuer ausgebreitet und uns aufgetaut. Bis auf Abendessen, am Lagerfeuer sitzen und quatschen stand sonst nicht mehr viel auf dem Plan. Gegen früher Abend klärte es ganz wenig auf, sodass man einen Blick auf die Dampf-/Gaswolke werfen konnte vom anderen Vulkan. Die Geräusche alleine waren bereits unbeschreiblich!

Uns wurde dann mitgeteilt, dass wenn das Wetter besser, dh die Wolken sich verziehen würden, wir morgen früh um 3:40 wachgemacht werden würden, um die letzten 300 Höhenmeter zu bewältigen und dann den Sonnenaufgang sowie den Zwillingsvulkan zu betrachten. Also hieß es auch früh in die Zelte, um genau zu sein um 20:00 Uhr 😉

Als ich dann am Sonntag gegen 5:30 wach wurde, war sofort klar – das Wetter wurde leider nicht besser! Wie bereits in Tikal spielte uns die Natur wieder einen Strich durch die Rechnung – der ganze Aufstieg so gesehen für die Katze, dementsprechend ist die Enttäuschung auch groß gewesen an diesem Morgen! Und ja, die Aussicht beim Öffnen des Zeltes zeigte klar – das Wetter hatte sich rein gar nicht verbessert. Nach einem kurzen Frühstück begannen wir dann gegen 8:15 den Abstieg, auch hier wurden wir nicht vom Regen verschont, die letzten 30 Minuten fing es nämlich wieder an richtig mit regnen. Nach knapp 2,5 Stunden waren wir dann um 10:40 wieder unten angekommen – und ja, Acatenango und ich, wir haben noch eine Rechnung offen stehen!

Den restlichen Tag haben wir dann gemütlich in Antigua verbracht, und Montag früh geht’s zurück nach Chuacorral, um Mittags wieder auf der Baustelle zu sein! Und damit beginnt dann auch bereits die letzte Woche in Chuacorral…

Gilles

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